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Autor zu sein kann eine sehr isolierende Berufung sein. Auch wenn manche Tätigkeiten, wie das Schreiben an sich, eher eine Einzelaufgabe sind, so können andere Bereiche durchaus in Zusammenarbeit gemeistert werden.

Wir verkriechen uns viel zu gerne in unseren eigenen kleinen Welten und besonders wenn wir uns Vollzeit mit Schreiben beschäftigen, ist das Pflegen sozialer Kontakte sehr wichtig. Darum möchte ich mich heute für die Zusammenarbeit von Autoren einsetzen. Was ist besser, als Fortschritte zu machen und gleichzeitig Kontakt zu anderen Menschen zu haben? 🙂

Wie findet ihr Gefährten?

Ihr könntet euch einen Schreibfreund suchen. Jemanden mit dem ihr euch austauschen und gegenseitig beraten könnt. Was ich in diesem Artikel vorschlage kann mit zwei Menschen gemacht werden, doch möchte ich euch dennoch eine Gruppe ans Herz legen. Es herrscht eine andere Dynamik in Gruppen von mehr als zwei Leuten. Die Ergebnisse werden erfahrungsgemäß jedoch schlechter, wenn mehr als 5 Personen teilnehmen. 3 bis 5 Personen scheint hier der magische Bereich zu sein.

Doch wie findet ihr interessierte Menschen? Das Internet ist ein wahres Geschenk und kann natürlich für die Suche nach Weggefährten verwendet werden. Fragt in einem Schreibforum nach oder schaut euch in bereits existierenden Gruppen auf Facebook um. Ihr könnt aber auch auf einer beliebigen sozialen Medienseite nachfragen. Ja, ihr könnt sogar im Kommentarbereich von Blogs wie diesem Ausschau halten.

Vielleicht findet ihr eine existierende Gruppe, der ihr beitreten könnt. Ihr könnt jedoch genauso gut eine eigene Gruppe gründen.

Wie arbeitet ihr sinnvoll zusammen?

Wie ihr eure Zusammenarbeit gestalten möchtet, hängt alleine von euch ab. Ihr könnt euch über eure Probleme und Fortschritte austauschen, ihr könnt euch gegenseitig in den Hintern treten und euch ermutigen. All dies ist super, doch ihr könnt einen Schritt weiter gehen und tatsächlich gemeinsam arbeiten!

Herausforderungen
Dies ist vermutlich die am häufigsten verwendete Form von Zusammenarbeit: Nutzt gesunden Gruppenzwang, um Worte zu Papier zu bekommen. Ihr könnt eine bestimmte Zeitspanne definieren, während der alle Teilnehmer gewissenhaft schreiben oder ihr legt eine Wortzahl fest, die jeder am Tag oder in der Woche geschrieben haben muss. Was auch immer euch passt.

Testleser
Ihr könnt euch gegenseitig unterstützen, indem ihr eure Werke lest und einander Rückmeldung gebt. Am einfachsten geht dies, wenn ihr euch jeweils auf ein Werk fokussiert und dabei nicht das ganze Manuskript auf einmal in Angriff nehmt. Dadurch vermischt ihr nicht die verschiedenen Stile der Autoren und ihr überwältigt euch nicht mit zu großen Arbeitsbrocken. Ein Gruppenfeedback kann besonders hilfreich sein, denn Geschmäcker sind verschieden und jeder Teilnehmer hat einen eigenen Blickwinkel. Auch hier liegt es an euch auszuprobieren, was für eure Gruppe funktioniert.

Gruppenbrainstorm
Wir sind bei meinem Favorit angekommen, denn Brainstormen in der Gruppe verlangt die Arbeit als Team und ihr könnt von den verschiedenen Köpfen und Ideen profitieren. Ich würde auch hier empfehlen, euch jeweils auf eine Person und deren Problem zu konzentrieren. Wählt ein Thema aus – Plotideen, Charakterhintergründe, Welteninspiration, was auch immer ihr benötigt – und beginnt, eure Ideen gemeinsam fließen zu lassen. Und vergesst nicht, alles aufzuschreiben! Ich liebe einen guten Gruppenbrainstorm, denn ihr werdet viele verschiedene Ideen ernten können. Ideen, auf die ihr alleine vermutlich nicht gekommen wärt. Ideen, die aufeinander aufgebauen. Dieser Prozess ist sowohl erhellend als auch lustig.

Verhaltenskodex
Ich halte Verhaltensregeln für das gemeinsame Arbeiten mit anderen für sehr sinnvoll, denn man gerät allzu leicht in hitzige Diskussionen, wenn die Erwartungen unterschiedlich sind. Ihr könnt euren Kodex nach Belieben formulieren, doch würde ich integrieren, wie ihr euch einander gegenüber verhalten sollt – z.B. konstruktive Kritik verwenden, keine Beleidigungen – und wie ihr mit der Arbeit der anderen umzugehen habt – z.B. Erlaubnis einholen, wenn ihr Ideen aus dem Brainstorm eines anderen verwenden wollt oder das Verbot den Plottwist eines anderen zu übernehmen. Dies scheint logisch und offensichtlich, doch in klaren Regeln formuliert erleichtert ihr euch das Leben und macht eure Gruppe mit einem eigenen Kodex vielleicht sogar etwas geheimnisvoller.

In Gruppen zu arbeiten ist nicht immer einfach und ihr müsst Rücksicht aufeinander nehmen, doch die damit einhergehenden Vorteile durch die verschiedenen Köpfe, Meinungen und Ideen sind unbezahlbar. Und ihr habt obendrein mehr sozialen Kontakt mit Menschen, die zumindest eines eurer Interessen teilen.

Seid ihr aktuell Teil einer Gruppe? Plant ihr, einer beizutreten?

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