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Über das heutige Thema habt ihr sicherlich schonmal etwas gehört. Es gibt verschiedene Wege das erste Manuskript zu schreiben, doch ich bin eine große Befürworterin davon, die erste Version zu schreiben, ohne nebenher zu korrigieren. Lasst mich euch erklären, wieso.

Wir reden hier von eurem Manuskript, also quasi dem Rohentwurf eurer Geschichte. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, doch die meisten ersten Fassungen sind… suboptimal. Um es vorsichtig auszudrücken. Ein roher Diamant, der jede Menge Arbeit und Politur benötigt, bevor er präsentiert werden kann. Überarbeitet ihr eure Sätze während ihr schreibt, verschwendet ihr möglicherweise viel Zeit. Es ist nicht untypisch, dass während der Überarbeitung der ersten Version ganze Absätze oder gar Kapitel gelöscht oder neu geschrieben werden müssen. All die schön formulierten Sätze gehen somit verloren.

Außerdem erschwert ihr euch das Leben, solltet ihr größere Anpassungen vornehmen müssen. Es ist schon schwierig ganze Passagen zu streichen, wenn ihr sie lediglich runter geschrieben habt. Es schmerzt umso mehr, wenn ihr zusätzlich Zeit und Aufwand in das Polieren der Sätze gesteckt habt. Selbst wenn ihr wisst, das es die beste Entscheidung für eure Geschichte ist.

Die Art und Weise, wie wir Menschen funktionieren, ist ein weiterer Grund, wieso ich gegen das simultane Schreiben und Editieren bin. Wir wissen alle, dass der Wechsel zwischen verschiedenen Tätigkeiten mentale Energie verbraucht. Und diese ist eine endliche Resource. Für mich scheinen Schreiben und Editieren solch unterschiedliche Tätigkeiten zu sein, denn ich bin viel schneller erschöpft, wenn ich sie mische.

Damit einhergehend verlieren wir den Überblick über die verschiedenen Szenen und Beschreibungen. Während des Schreibens haben wir das große Ganze der Geschichte im Kopf, während des Editierens jedoch fokussieren wir uns auf die kleinen Details, die nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Dadurch kann es passieren, dass wir uns in Details verzetteln.

Ich möchte nicht sagen, dass wir alle gleich funktionieren und es keine Ausnahmen gibt. Falls ihr euch pudelwohl beim gleichzeitigen Schreiben und Überarbeiten fühlt, dann haut rein!
Falls ihr euch jedoch in einigen der Punkten wieder erkennt, dann solltet ihr euch vielleicht zuerst auf das Schreiben und erst danach auf das Überarbeiten konzentrieren.

So, das war’s für heute. Lasst mich in den Kommentaren wissen, was ihr denkt!

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