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Vor einiger Zeit schrieb ich bereits einen Artikel über das Thema Self Care, in welchem Möglichkeiten zur Umsetzung aufgeführt werden. Heute möchte ich dieses Thema erweitern, denn es gibt viele Aktivitäten, die unsere Leben bereichern und die unser Wohlbefinden verbessern können.

Eigenliebe

Ich weiß, wie kitschig das klingt, doch sich selbst Liebe und Zuneigung entgegen zu bringen ist wirklich wichtig. Viele Menschen, mich selbst eingeschlossen, gehen mit anderen viel liebevoller um als mit uns selbst. Wieso ist das so? Wir verbringen immerhin unser ganzes Leben mit uns selbst, also sollten wir unsere besten Unterstützer und größte Stärke sein. Das Ziel ist ein liebevoller, unterstützender und ermutigender Umgang mit uns selbst, damit wir unserem vollen Potenzial gerecht werden können.

Wenn ihr etwas eurem besten Freund oder eurer besten Freundin so nicht sagen oder antun würdet, dann ist es auch für euch selbst nicht angebracht.
Macht euch nicht nieder, wenn ihr etwas vermasselt habt. Helft euch im Gegenteil wieder auf und sucht nach der Lehre in der Erfahrung. Seid ihr grausam euch selbst gegenüber fühlt ihr euch nur noch schlechter und obendrein machtlos. Wenn ihr jedoch verständnisvoll und liebevoll zu euch seid, dann mildert ihr eure Frustration und seid viel eher bereit es erneut zu versuchen.

Seht selbst was ermutigender ist:

„Oh du bist doch zu nichts nutze. Du hast es schon wieder vermasselt. Du wirst es niemals schaffen, vergrab dich doch einfach. Versager.“

oder

„Ok, es ist schief gegangen. Na und? Du kannst es jederzeit erneut versuchen. Fehler sind Teil des Wegs. Kannst du etwas daraus lernen? Was kannst du beim nächsten Mal besser machen?“

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Macht von Lob. Wenn ihr wie die meisten Menschen tickt, dann verurteilt ihr schnell, doch lobt euch kaum. Lob und Anerkennung sind solch unterschätzte Elemente! Wenn ihr die Beziehung zu euch verbessern möchtet, dann lobt und anerkennt euch. Feiert eure Erfolge. Sogar die kleinen Erfolge. Speziell die kleinen! Habt ihr heute Morgen das Bett gemacht? Lächelt euch zu. Habt ihr euch für das gesündere Mittagessen entschieden? Sagt euch, dass ihr das sehr gut gemacht habt. Setzt euch am Ende des Tages hin und reflektiert über den vergangenen Tag. Was habt ihr erreicht? Fühlt euch stolz und zufrieden für jede Errungenschaft! Super gemacht!

Dankbarkeit

Dankbarkeit hat Ähnlichkeit mit Eigenliebe, denn auch sie lenkt den Fokus auf die positiven Aspekte des Lebens. Dankbarkeit macht das ganze Leben schöner und verbessert eure Laune und euren Blick auf die Welt.

Dankbar zu sein ist Übungssache und wird mit der Zeit immer einfacher. Wenn ihr euch nur auf die Dinge konentriert, die ihr in eurem Leben vermisst, dann fühlt ihr euch unzufrieden und frustriert. Wertschätzung ist der Schlüssel zum Glück. Und Wertschätzung ist eine bewusste Handlung.

Es gibt einen Grund, wieso viele Menschen nach tragischen Krankheiten mit einer neuen Lebenseinstellung hervorgehen, denn sie haben plötzlich realisiert, dass das Leben keine Garantie hat. Durch die Gefahr ihr Leben zu verlieren, haben sie eine neue Wertschätzung für das Leben gewonnen. Wenn ihr mit dem Verlust von etwas konfrontiert werdet, dann enteckt ihr dessen Wert wieder.

Allerdings braucht es hierfür nicht zwingend den Verlust. Die Lösung ist, nicht alles als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Ich wiederhole. Nichts im Leben ist selbstverständlich.

Das Leben ist ein Geschenk. Ein Dach über dem Kopf zu haben ist etwas, wofür man dankbar sein kann. Eine liebevolle Familie ist ein wertvoller Schatz. An der Realisierung seiner Träume arbeiten zu können ist ein Wunder. Die Möglichkeit zu wählen ist ein unbeschreiblicher Segen.

Wenn ihr Dankbarkeit üben möchtet, dann empfehle ich euch eine Dankbarkeitsroutine zu schaffen. Ihr müsst es nicht unbedingt aufschreiben, wenn ihr nicht möchtet. Die Idee ist, jeden Tag einen Moment inne zu halten und Dinge, für die ihr dankbar seid, bewusst wahrzunehmen. Lasst das Gefühl von Dankbarkeit euren Körper erfüllen und spürt, wie es sich in jeden Winkel ausbreitet. Wahrscheinlich findet ihr irgendwann ein Lächeln auf eurem Gesicht.

Tagebuch führen

Obwohl ich das Thema Tagebuch führen bereits im Abschnitt über Schlaf angeschnitten habe, möchte ich hier gerne näher darauf eingehen. Es ist eine geniale Möglichkeit sich mit dem eigenen Leben und mit seinen Gefühlen auseinander zu setzen. Viele Menschen nehmen sich nicht die Zeit sich bewusst Gedanken darüber zu machen und stolpern dadurch durch ihr Leben. Tagebuch zu führen gibt euch ein Ventil und eine Möglichkeit alles zu verarbeiten und zumindest in meiner Erfahrung ist es effektiver als einfach nur darüber nachzudenken. Das Herunterschreiben der Gedanken lässt Raum für mehr innere Einkehr.

Ihr könnt es vor dem Schlafen gehen tun. Insbesondere wenn ihr Probleme mit dem Einschlafen habt. Oder ihr widmet eurem Tagebuch die Zeit nach dem Aufstehen, um den Tag geordnet und erfrischt zu beginnen. Natürlich dürft ihr schreiben, wann immer euch der Sinn danach steht. Außerdem müssen eure Reflektionen nicht hübsch oder geordnet sein. Euer Tagebuch dient einzig und alleine dem Aufschreiben und Verarbeiten eurer Gedanken und Gefühle.

Bitte zensiert euch dabei nicht. Niemand bekommt dies je zu Gesicht. Ihr dürft nörgeln und eurer Frustration freien Lauf lassen, ihr dürft jammern und fluchen. Lasst alles raus, was euch auf der Seele liegt. Allerdings empfehle ich euch zum Schluss auf einer positiven Note zu enden. Die Konzentration auf Positives verbessert eure Laune und verhindert, dass ihr im Selbstmitleid versinkt.

Achtsamkeit

Zuletzt möchte ich Achtsamkeit anspechen. Achtsamkeit ist die Fähigkeit im aktuellen Moment präsent zu sein und eure Umgebung bewusst wahrzunehmen. Meditation ist eine Form von Achtsamkeit, doch könnt ihr auch darüber hinaus mentale Präsenz in euer Denken und Handeln integrieren.

Wir durchleben den Großteil unseres Lebens auf Autopilot, ohne unsere Handlungen bewusst zu erleben. Wir können allerdings mit etwas Bewusstsein aus einfachen Handlungen Erlebnisse machen. Ja, es gibt Aktionen – vor allem eintönige und sich wiederholende – bei denen man automatisch auf Standby stellt, wie die Fahrt zur Arbeit. Mit etwas Intention könnt ihr daraus jedoch ein schönes Erlebnis machen. Schaut euch um und nehmt die Aussicht bewusst wahr und spürt auch euch selbst, wie sich euer Sitz anfühlt und eure Hände das Steuerrad halten.

Eine andere Möglichkeit liegt in der Integrierung von kreativen und entspannenden Aktivitäten in euren Alltag. Das Arbeiten mit unseren Händen lässt uns einerseits das Erlebte wahrnehmen und andererseits erlaubt es unserem Geist zu wandern. Beides wirkt beruhigend und erfrischend auf Geist und Seele.

Die Art der Aktivität ist hierbei vollkommen euch überlassen. Ihr könnt in einem Malbuch für Erwachsene malen, ihr könnt stricken, Möbel bauen oder Kunst erschaffen. Das Spielen eines Instruments oder das ungenierte Singen (selbst wenn ihr nicht gut sein solltet) sind ebenfalls wunderbare Optionen. Alles, was ihr bewusst erlebt und nicht nur passiv konsumiert, wie Netflix schauen oder in sozialen Medien versumpfen, sind wertvolle Beschäftigungen.

Dieses Buch ist als mehrwöchiger Kurs aufgebaut, mit dem wir Achtsamkeit in unser Leben integrieren können. Ich liebe es!

An dieser Stelle komme ich zum Ende des Artikels. Ich hoffe ihr habt ein paar Inspirationen oder Einsichten erhalten. Bitte lasst dies nicht zu einem weiteren Artikel werden, den ihr lest aber nicht umsetzt. Ihr müsst euch nicht überfordern, indem ihr alles auf einmal machen wollt, sucht euch etwas aus und versucht euch daran. Lasst uns wissen, wie es klappt.

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