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Manchmal ist es wirklich schwierig, sich auf den Hosenboden zu setzen und die anstehenden Aufgaben in Angriff zu nehmen. Man fühlt sich uninspiriert und unmotiviert. Ich kann es verstehen. Wie jeder andere auch, so kämpfe auch ich manchmal mit einer gewissen Arbeitsscheu. Selbst wenn ich weiß, dass ich die eigentliche Ausführung genießen werde, wenn ich erst damit begonnen habe.

Es gibt jedoch viele Möglichkeiten uns selbst einen Schubs in die richtige Richtung zu geben. Heute werden wir uns mit Belohnungen beschäftigen. Ihr könnt euch jederzeit eine Belohnung für die Vollendung eurer Aufgaben versprechen und euch dadurch einen zusätzlichen Anreiz schaffen, eure Arbeit zu erledigen.

Alltägliche Anreize

Das Ziel von Belohnungen sollte weder persönlicher Bankrott sein, noch sollten sie in einem völlig übertriebenen Verhältnis zur Arbeit stehen. Das Ziel ist viel eher kleine Anreize zu schaffen, die euch zur Handlung motivieren. Diese müssen nichts kosten und nicht einmal sonderlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Ein Spaziergang in der warmen Herbstsonne oder der Genuss einer Tasse heißer Schokolade beispielsweise sind perfekt.

Als Liebhaberin von Listen lege ich euch ans Herz, eine für solch angenehmen Aktivitäten anzulegen und mit vielen unterschiedlichen Dingen zu füllen, die euch mit Freude erfüllen, die ihr euch jedoch nicht jeden Tag erlaubt. Vielleicht genießt ihr ein heißes Bad oder ihr lest gerne Unterhaltungslektüre oder sehnt euch nach etwas Zeit zum Backen. Was auch immer es ist, schreibt es auf und konsultiert diese Liste, wenn ihr eure Aktivitäten plant.

Ich benutze solche Belohnungen für das Erreichen meiner täglichen Ziele und manchmal sogar für eine einzige Aufgabe, wenn ich mich besonders vor ihr scheue. Eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Belohnung ist hierbei mein Fokus. Da meine täglichen Aufgaben in 1-2 stündige Brocken unterteilt sind, möchte ich nicht für die Vollendung einer Einheit zwei Stunden backen. Das wäre in keinem Verhältnis. Ich nehme mir jedoch einen Moment Zeit, um das Ergebnis wertzuschätzen, bevor ich die nächste Aufgabe in Angriff nehme.

Wöchentliche Boni

Neben täglichen Anreizen habe ich außerdem eine Bonusbelohnung, wenn ich alle Aufgaben der Woche erfolgreich abgeschlossen habe. Diese wöchentlichen Belohnungen sind ein bisschen größer und dürfen sogar etwas kosten, wie z.B. ins Kino gehen oder etwas essen gehen (da ich für gewöhnlich selbst koche ist das etwas Besonderes für mich). Auch hier gilt: Findet eine Belohnung, die ihr euch leisten könnt und auf die ihr euch wirklich freut. Einen Film anschauen, einen Pullover kaufen, Äpfel ernten gehen oder eine Maniküre machen lassen. Für mich ist selbst wandern gehen oder Drachen steigen lassen etwas besonderes und kostet nicht mal was.
Auch hier empfehle ich euch, eine Liste anzufertigen und diese zu erweitern, wann immer euch etwas neues einfällt.

Zielerreichung

Die dritte Belohnungskategorie ist die Erreichung eines Ziel. Meine Ziele sind für gewöhnlich recht ambitioniert und zeitaufwändig, wie die Vollendung eines Buchs oder das Aufbauen eines Blogs. Eine Belohnung ist hier Teil der Anerkennung meiner Leistung. Diese Belohnungen dürfen ruhig etwas ausgefallener sein, sodass ich sie mir durch die Erreichung des Ziels verdient habe. Das kann ein Wochenendausflug sein oder der Besuch eines teuren Konzerts. Natürlich müsst ihr hierbei eure eigene finanzielle Situation berücksichtigen!

Intrinsische Motivation

Eine andere Art der Belohnung wird gerne übersehen, wenn man nicht bewusst darauf achtet. Ich rede vom Nutzen, den ihr aus der eigentlichen Arbeit zieht.

Ich hoffe, ihr arbeitet auf ein definiertes Ziel hin, denn das Näherkommen an euer Ziel ist bereits eine Belohnung an sich. Menschen lieben Fortschritt. Wenn ihr wisst, dass ihr euch auf dem Weg zum Ziel befindet, fühlt ihr eine Welle von Freude und Motivation, wann immer ihr ein Stück weiter kommt.
Manchmal benötigt ihr eine bewusste Anerkennung eurer aktuellen Reise. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es leider sehr leicht passiert, dass wir unsere eigenen Fortschritte nicht anerkennen. Es braucht eine bewusste Absicht, die eigenen Erfolge zu feiern. Dafür erntet ihr jedoch ein gestärktes Selbstvertrauen und ihr fühlt euch erfüllt und motiviert. Immerhin arbeitet ihr euren Zielen und Träumen entgegen!

Unser Leben auf dieser Welt ist eine nicht endende Reise und wenn wir dieses Leben mit Neugier und dem Bedürfnis zu lernen und zu wachsen angehen, dann wird jedes Erlebnis zu einer wertvollen Erfahrung. Jede Handlung ist eine Möglichkeit zu wachsen. Das Schreiben eines Buchs benötigt Zeit und Hingabe, doch durch den Schreibprozess verbessert ihr euer Handwerk und ihr lernt die Elemente einer Geschichte kennen. Ihr kommt auf Tuchfühlung mit euren Charakteren, verliert euch in einer fremden Welt und verbessert eure Problemlösungsfähigkeit. Das Überarbeiten eines Manuskripts ist arbeitsintensiv und manchmal frustrierend, doch lernt ihr, Fehler und Probleme schneller zu erkennen und bessere Konversationen und Beschreibungen zu formulieren. Mit Zeit und Übung wird alles einfacher.

Eine Belohnung vor Augen zu haben ist eine angenehme Art, euch in Bewegung zu bringen. Kombiniert ihr dies obendrein mit dem Bedürfnis zu lernen und der eigenen Anerkennung von vollendeten Aufgaben, wird die Arbeit umso lohnender.

Was sind eure Erfahrungen mit Belohnungen? Wie haltet ihr euch motiviert? Lasst es uns wissen 🙂

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