Seite auswählen

Jeder drückt sich hin und wieder vor gewissen Aufgaben. Aufschieberitis ist auch verständlich, immerhin ist sie bequem. Allerdings kann so ein Verhalten schnell ausarten und zur Gewohnheit werden. Gewohnheiten sind tief in unserem Handeln verwurzelt und schwer zu brechen. Wenn auch nicht unmöglich. Allerdings ist es einfacher, diesem Verhalten vorzubeugen, bevor es sich tief in unsere Köpfe gebrannt hat.

Prokrastination, also das Aufschieben von anstehenden Aufgaben, ist tatsächlich nur ein Symptom. Es gibt einige Faktoren, welche die Hauptrolle in diesem Spiel spielen. Wenn ihr diese in den Griff bekommt, dann verschwindet die Prokrastination von ganz alleine. Oder wird zumindest minimiert, denn – wenn wir ehrlich sind – niemand ist perfekt!

Klarheit

Klarheit bedeutet nichts anderes, als eine genaue Vorstellung der anstehenden Aufgabe und deren Resultat zu haben. Wenn ihr nicht wisst, was ihr zu tun habt, dann müsst ihr zuerst in den Planungsmodus wechseln und häufiges Wechseln zwischen verschiedenen Modi kostet wertvolle Energie. Außerdem sind wir anfälliger für Aufschieberitis, während wir zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln, daher ist es sinnvoll die jeweiligen Aufgaben im Voraus klar zu definieren.

Wie erlangt ihr Klarheit?

Plant regelmäßige Planungszeiträume ein. Ich mache dies auf wöchentlicher Basis, denn eine Woche deckt einige Tage ab, ohne überwältigend zu sein. Aus Erfahrung kann ich außerdem sagen, dass ihr euren Kurs sowieso regelmäßig anpassen müsst, denn wir Menschen neigen dazu, zu überschätzen, was wir innerhalb kurzer Zeit erreichen können.

Definiert die zu erledigenden Aufgaben und welche Ergebnisse ihr erwartet. Dies stellt sicher, dass ihr wisst, was ihr zu erledigen habt und wohin die Reise geht.

Handlungsfähigkeit

Dies ist meine persönliche Achilles Ferse. Wenn ihr euch so viel aufbürdet, dass ihr die Aufgaben nicht bewältigen könnt, fühlt ihr euch schlichtweg überwältigt. Überwältigung ist ein sicherer Weg zur Prokrastination, denn zu große oder zu viele Aufgaben wirken einschüchternd. Daher ist Handlungsfähigkeit ein ungemein wichtiger Faktor. Ihr braucht das Gefühl, euren Aufgaben gewachsen zu sein.

Wie macht ihr euch handlungsfähig?

Nutzt eure Planungsperioden um zu analysieren, welche Zeitfenster euch zur Verfügung stehen und welche Aufgaben ihr erledigen wollt. Schätzt, wie lange  ihr realistischerweise für die Vollendung der jeweiligen Aufgabe benötigt und prüft, ob diese in der verfügbaren Zeit realistisch ist. Falls dies nicht der Fall ist, dann sucht eine Lösung für das Problem. Verschiebt beispielsweise die Aufgabe oder redet mit euren Kunden oder wem auch immer ihr Rechenschaft schuldig seid.

Brecht große Aufgaben in überschaubare Teilschritte auf. Kleinere Aufgaben sind einfacher abzuschätzen und leichter zu erledigen. Außerdem ist es viel befriedigender, kleinere Aufgaben abzuhaken, als an einer großen zu scheitern.

Dringlichkeit

Ein Gefühl für Eile neutralisiert euer Bedürfnis nach Vergnügen und Instant Gratification. Erinnert ihr euch an Schulzeiten, als gewisse Hausarbeiten erledigt werden mussten? … wahrscheinlich lief es frei nach dem Motto „Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe“ ab. Ihr könnt euch dies zunutze machen, indem ihr realistische Fristen setzt und eine Form von Dringlichkeit schafft.

Wie schafft ihr Dringlichkeit?

Setzt euch realistische Termine für die Realisierung eurer Ziele. Dies setzt voraus, dass ihr sämtliche Teilschritte analysiert und abschätzt, wie viel Zeit ihr für all diese Aufgaben brauchen werdet. Wenn ihr dies nicht tut, setzt ihr euch unrealistische und damit nutzlose Fristen.

Nutzt kurzzeitige Herausforderungen. Pomodoro ist eine hilfreiche Möglichkeit, wie ihr möglichst viel in einem kurzen Zeitraum erledigen könnt. Stellt einen Wecker und arbeitet volle Power, bis er klingelt.

Balance

Balance ist ein Element, das viele von uns vernachlässigen. Wir sind keine Roboter und wir können nicht non-stop produktiv sein, ohne gewisse Pausen und Möglichkeiten zur Wiederaufladung unserer Batterien. Daher ist es wichtig, solche Pausen in unseren Alltag zu integrieren, damit wir auch auf lange Sicht einsatzbereit bleiben. Das Leben ist kein Sprint. Es ist ein Dauerlauf, der regelmäßige Erholung erfordert.

Wie findet ihr Balance?

Plant Entspannung ein. Zeit zum Ausruhen ist unbeschreiblich wichtig. Gebt euch genügend Raum, um eure Speicher zu füllen. Spaziergänge in der Natur sind nachgewiesenermaßen erholsam und förderlich, ihr könnt jedoch genauso gut lesen oder eure Hobbys verfolgen. Was auch immer euch gut tut.

Plant regelmäßige Pausen ein. Energielevel unterliegen natürlichen Schwankungen. Macht euch dies zunutze. Ich arbeite wirklich gerne mit Pomodoro – also 25 Minuten arbeiten mit einer anschließenden Pause von 5 Minuten. Alle 2 Stunden gönne ich mir eine längere Pause von 35 Minuten, die ich dringend brauche, um meine Energie und Konzentration aufrecht zu erhalten.

Rechenschaft

Wir haben alle das Bedürfnis nach Bequemlichkeit, Vergnügen und Abkürzungen. Ein Partner, dem ihr Rechenschaft ablegen müsst, ist daher von unschätzbarem Wert. Ich rede nicht von einem Teufel mit Peitsche, sondern jemandem mit aufbauenden Worten, der euch auf dem richtigen Pfad hält. Menschen mit ähnlichen Zielen sind hier besonders vorteilhaft, denn ihr motiviert euch mit eurem Handeln gegenseitig und schafft eine Art Gruppenzwang.

Wie macht ihr euch Rechenschaft zunutze?

Dies ist abhängig davon, was ihr tut und was ihr möchtet. Ich würde mit einem Forum oder einer Gruppe starten, die sich mit dem entsprechenden Thema befasst und dort nach einem Partner fragen. Auch auf Facebook gibt es entsprechende Gruppen. Ihr könnt auch auf einen Freund zugehen, wenn er oder sie motiviert und gewillt ist. Fragt herum und probiert aus, was für euch funktioniert.

Eliminiert Ablenkungen

Wie bereits erwähnt lieben wir Menschen Ablenkungen aller Art. Etwas Stimulierendes ist verlockender als intensives Arbeiten. Daher ist es super hilfreich, wenn ihr so viele Ablenkungen wie nur möglich von vorne herein beseitigt. Ihr erleichtert euch das Leben um ein Vielfaches.

Wie entfernt ihr Ablenkungen?

Blockiert das Internet. Es gibt verschiedene Add-Ons für verschiedene Browser, welche ausgewählte, verlockende Seiten, wie Social Media Seiten, blockieren. Ihr wisst, von was ich rede. Oder ihr zieht den Stecker eures Routers und arbeitet vollkommen ohne Internet. Einfach und effektiv.

Haltet euren Arbeitsplatz ordentlich und ablenkungsfrei. Ihr wisst selbst am besten, was euch ablenkt. Räumt es aus eurem Gesichtsfeld.

Es gibt schier endlos viele Möglichkeiten, wie ihr die genannten Faktoren umsetzen könnt und es liegt an euch zu probieren, welche Umsetzung für euch funktioniert. Da ihr nun die 6 Elemente kennt, könnt ihr jederzeit prüfen, welches ihr gerade vernachlässigt, um zurück zu eurem Weg zu finden. Es geht weniger um die Art der Umsetzung als um das große Ganze dahinter.

War der Artikel hilfreich? Was für Erfahrungen habt ihr mit Prokrastination gesammelt? Was funktioniert für euch? Lasst uns in den Kommentaren daran teilhaben.

Das Buch Keine Ausreden! Die Kraft der Selbstdisziplin von Brian Tracy beschäftigt sich ebenfalls mit Prokrastination und wie wir unsere Produktivität steigern können. Ich fand das Buch sehr spannend und aufschlussreich.

Ähnliche Artikel

Steigerung der Motivation durch Verwendung von Belohnungen

Manchmal ist es wirklich schwierig, sich auf den Hosenboden zu setzen und die anstehenden Aufgaben in Angriff zu nehmen. Man fühlt sich uninspiriert und unmotiviert. Ich kann es verstehen. Wie jeder andere auch, so kämpfe auch ich manchmal mit einer gewissen...

Wiedereinstieg

Es gibt viele Gründe, die dafür sorgen können, dass das Schreiben für eine Weile auf Eis gelegt wird und der Roman in der Schublade landet. Urlaub, Krankheit, Lustlosigkeit, Schreibblockade oder das Leben. Je länger die Pause andauert, umso schwerer ist es für die...

Auf der Suche nach Gelassenheit und Langeweile

In letzter Zeit habe ich viel über diesen hektischen und viel beschäftigten Alltag von uns allen nachgedacht. Selbst wenn ich nicht sonderlich viel zu tun habe, fühle ich mich irgendwie ausgehöhlt und ruhelos. Kennt ihr das Gefühl? Vieles davon wird wohl damit zu tun...

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.