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Jede Person innerhalb eines Romans spielt eine gewisse Rolle, anhand derer sich die Wichtigkeit dieses Charakters spiegelt. Natürlich gibt es den Hauptcharakter, den Protagonisten. Oder mehrere. Und es gibt den klassischen Gegenspieler, den Antagonisten. Doch kennt ihr noch weitere?

Heute werfen wir einen Blick auf fünf bekannte, wichtige und gängige Rollen.

Protagonist

Euer Protagonist ist euer wichtigster Schauspieler, der Held der Geschichte. Die Aktionen und Reaktionen eures Protagonisten haben einen großen Einfluss auf euren Plot und das Fortschreiten der Geschichte. Wenn die Welt vor dem Untergang steht, dann sollte sie nicht unbekümmert auf dem Sofa entspannen. Sie ist keine einfache Zuschauerin. Wenn eine Person die Situation lediglich beobachtet, aber nichts beiträgt… dann ist er oder sie auch nicht die Hauptperson. Die Rolle des Protagonisten liegt in der Handlung und in der Fähigkeit die Geschichte voran zu treiben. Immerhin sollte es die Geschichte wert sein, erzählt zu werden. Wenn nichts passiert und euer Möchtegernprotagonist bleibt völlig unberührt, dann habt ihr keine Geschichte zu erzählen.

Frodo Beutlin ist der bekannte Protagonist aus Der Herr der Ringe, der sein geordnetes Leben hinter sich lässt, um den Ring zu überbringen und damit den Frieden zu erhalten. Es ist seine Entscheidung die Verantwortung zu übernehmen und das Auenland zu verlassen, das die Geschichte voran bringt. Natürlich bedurfte es eines Handlungsaufrufs – die Bedrohung durch den Ring und den dunklen Herrscher – doch war es Frodos Entscheidung, die den Ball rollen ließ.

Antagonist

Jede Geschichte benötigt einen oder mehrere Antagonisten. Diese sind die größten Hindernisse, welche dem Protagonisten im Weg stehen. Protagonist und Antagonist sind direkte Gegenspieler und während der Protagonist durch den Antagonisten behindert wird, so ist dieser doch ebenfalls ein Stachel im Fleisch des Antagonisten. Seid euch darüber im Klaren, dass die beiden die zwei Seiten einer Medaille sind. Realisieren könnt ihr dies, indem ihr beiden die gleiche Entscheidung aufbürdet, welche sie unterschiedlich fällen.

Die traditionelle Route ist der Kampf zwischen Gut und Böse. Für gewöhnlich repräsentiert der Protagonist den Helden, während der Antagonist die Rolle des Bösewichts einnimmt, dessen böse Pläne vom Helden vereitelt werden müssen. Was auch immer diese sind – Chaos, Herrschaft, Zerstörung…

Ein solcher Bösewicht ist sicherlich Lord Voldemort von Harry Potter. Ohne liebevolle Emotionen und unfähig zu lieben strebt er nach ultimativer Macht. Interessanterweise sind sich Harry und Voldemort gar nicht so unähnlich. Beide wuchsen als Waisen heran und beide sind Halbblüter, doch während sich Harry nach einer Familie sehnt und ihn seine Abstammung nicht kümmert, beginnt Voldemort schon früh, andere Kinder zu manipulieren und zu quälen und tötet sogar seinen eigenen Muggelvater. Beide müssen sich außerdem mit dem Tod auseinander setzen und während Harry sein eigenes Leben gibt, um die zu schützen, die er liebt, opfert Voldemort das Leben anderer um sich selbst an das Leben zu klammern. Zwei Seiten einer Medaille.

Sidekick a.k.a. der Kumpel

Der Sidekick ist zur Unterstützung des Helden da und leistet Beihilfe bei dessen Aufgabe. Der Kumpel ist sehr loyal und im Einklang mit den Zielen des Protagonisten. Damit es nicht langweilig oder einseitig wird, sollte der Kumpel ein anderer Typ Mensch sein und hat obendrein zur Geschichte beizutragen, sei es durch ergänzende Fähigkeiten und Wissen oder durch Konfliktpotenzial.

Ein allseits bekannter Sidekick ist Dr. Watson von Sherlock Holmes. Sein Pragmatismus unterstützt Holmes in einigen Situationen und sein Charakter intensiviert die Brillianz von Holmes Geist, denn obwohl Watson intelligent ist, kann er es doch nie mit den Fähigkeiten von Holmes aufnehmen. Auf sozialer Ebene ist er ein Gentleman und balanciert damit Holmes Exzentrik aus.

Mentor

Es gibt viele Geschichten, die Gebrauch von einem Mentor und dessen Rat machen. Er ist besonders hilfreich, wenn euer Protagonist dem Antagonisten hilflos unterlegen ist und alleine keine Chance gegen ihn hätte. Ein Mentor kann hier eine helfende Hand reichen und ein Lehrer für den Helden sein (oder eine Kombination aus beidem). Normalerweise verkörpert dieser obendrein den moralischen Standard an dem sich der Held messen muss, wie zum Beispiel ehrlich zu sein oder nicht vor der eigenen Aufgabe davon zu laufen.

In Star Wars sind Obi-Wan Kenobi und Yoda zwei wichtige Mentoren für Luke Skywalker und beide überschauen sein Training und seine emotionale Entwicklung. Sie führen ihn, so gut sie es können und sie sorgen auf ihre eigene Weise dafür, dass er auf dem rechten Weg bleibt.

Love Interest

Ein Love Interest ist eine Person, in den sich der Protagonist verliebt. Je nach Geschichte erwidert diese die Gefühle des Helden… oder auch nicht. Ein Love Interest kann immer Grund für einen emotionalen Konflikt liefern. Ihr könnt sie zur Stärke oder zur Schwäche eures Protagonisten machen. Vielleicht muss die Heldin auch wachsen, um die Liebe des Love Interests zu gewinnen. Liebe ist ein universelles menschliches Bedürfnis und eine Möglichkeit für Romantik beinahe obligatorisch. Auch wenn ich dies nicht immer gutheißen kann. Meiner Meinung nach muss ein Love Interest zur Entwicklung des Hauptcharakters beitragen und ihren Teil zur Geschichte beitragen, um einen Platz darin zu verdienen. Falls ihr jedoch romantische Geschichten schreibt ist das ein anderes Thema 😉

Da wir gerade von Romantik reden: Denkt an Mr. Darcy von Stolz und Vorurteil, der offensichtliche Love Interest von Protagonistin Elizabeth Bennet. Die beiden müssen zahlreiche Hindernisse, wie Erwartungen, Lügen, aber auch Stolz und Vorurteile, überwinden, bevor sie ihr Happy End bekommen.

Neben einem Protagonisten und einer Form von antagonistischer Kraft müsst ihr keine der genannten Rollen zwingend füllen, doch es ist hilfreich deren Existenz im Hinterkopf zu behalten, falls ihr sie doch einmal benötigt. Ich bin ein großer Fan von vielschichtigen Geschichten und verschiedene individuelle Charaktere können einen Plot bereichern. Anstatt einen übermenschlichen Protagonisten zu erschaffen, könnt ihr diesem einen Sidekick zur Seite stellen, der einige der benötigten Fähigkeiten mitbringt. Befindet ihr euch auf moralischem Treibsand, kann ein Mentor den Helden auf sicheres Land zu befördern und Raum für Nachsinnen geben.

Schlussendlich ist es vollkommen euch überlassen, welche Rollen ihr wollt und braucht. Was denkt ihr über dieses Thema und die genannten Archetypen?

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