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Einigen wird dieses Thema nur ein müdes Stöhnen entlocken. Recherchieren klingt erst einmal nach tödlicher Langeweile und stundenlangem Bücherwälzen. Zugegeben, die Recherche kann viel Zeit in Anspruch nehmen, aber niemand hat behauptet, dass es einfach wäre, einen Roman zu schreiben.

Wie viel Zeit ihr in die Recherche investieren müsst, hängt, neben eurem aktuellen Wissensstand über das Thema, auch davon ab, in welchem Genre ihr schreibt. Spitzenreiter auf diesem Gebiet sind meist die Autoren von historischen Romanen. Falsche Jahreszahlen, die Erwähnung von Gerätschaften, die zum Zeitpunkt der Handlung noch nicht erfunden waren, können von geschichtsinteressierten Lesern übel genommen werden. Die Recherche gehört schließlich zur Arbeit eines Autors dazu (es wird ja auch erwartet, dass ein Bäcker weiß, wie viel Mehl und Hefe in die Brötchen gehören). Außerdem war es noch nie einfacher, an Antworten heranzukommen als im digitalen Zeitalter. Wir müssen meistens nicht einmal mehr das Haus verlassen.

Online-Enzyklopädien

Wikipedia: Dieses virtuelle Nachschlagewerk ist wohl das bekannteste von allen. Alleine das deutschsprachige Wiki umfasst mehr als 2 Millionen Artikel in den unterschiedlichsten Kategorien (die englischsprachige Version über 5,2 Millionen). Jeder hat sie Möglichkeit sich auf der Seite einzubringen, Artikel zu schreiben und zu bearbeiten. Somit wächst die Seite tagtäglich und ist in Sachen Aktualität ungeschlagen. Allerdings hat man keine Garantie, dass die Beiträge fehlerfrei sind – zumal es einige Vandalen gibt, die es lustig finden, Fehler einzubauen. Für Masterarbeiten und Ähnliches sei angemerkt, dass für die meisten Universitäten Wikipedia als nicht zitierfähige Quelle gilt.

Scholarpedia: Im Gegensatz zur Wikipedia werden die Artikel bei Scholarpedia ausschließlich von Wissenschaftlern und Experten geschrieben – darunter auch einige Nobelpreisträger – und garantiert damit die Qualität der Beiträge. Durch die begrenzte Anzahl an Autoren hat die Seite allerdings nur rund 2300 Artikel und steht ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung.

Encyclopedia Britannica Online: Leider ist auch diese Enzyklopädie nur in Englisch verfügbar, doch wer damit keine Probleme hat, für den stellt sie eine weitere Alternative dar. Die Seite verfügt über rund 120.000 Artikel, die regelmäßig aktualisiert werden. Seit 2009 kann jeder nach vorheriger Anmeldung, unter Angabe des echten Namens, Änderungen und Ergänzungen an vorhandenen Texten vornehmen, die jedoch vor Veröffentlichung vom Fachpersonal überprüft werden.

Google

Welche Strecke kann ein Pferd an einem Tag zurücklegen? Wann lebte Napoleon? Warum ist die Banane krumm? Die Suchmaschine Google liefert uns schnell und unkompliziert Antworten auf zahlreiche Fragen.

Neben der Standard-Version von Google gibt es außerdem noch Google Scholar, mit dem gezielt nach wissenschaftlichen Dokumenten gesucht wird.

Blog

Gerade bei Recherche zu fremden Ländern greife ich gerne auf Blogberichte zurück. Für mich sind meist die harten Fakten über ein Land wie Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte weniger interessant als Erfahrungsberichte. Reiseblogs berichten davon, wie Besucher ein Land erlebten, wie die Gesellschaft dort empfunden wurde, wie sich das alltägliche Leben von unserem unterscheidet.

Bücher

Der Klassiker unter den Recherchequellen. Sachbücher sind zuverlässige Nachschlagewerke, die es zu zahlreichen Themengebieten gibt. Wer kein Geld ausgeben möchte, kann sie sich in der nächsten Bibliothek ausleihen und in Ruhe durcharbeiten.

Bei der Literaturauswahl solltet ihr allerdings – je nach Thema – auf die Aktualität des Buches achten. In meinen alten Astronomiebüchern ist Pluto nämlich noch ein Planet 🙂

Mitmenschen

Recherche muss sich nicht auf vorgefertigte Texte beschränken. Was spricht dagegen, einen befreundeten Arzt zu fragen, wie sein Alltag aussieht und wie er mit dem Stress umgeht? Ihr kennt keinen? Na dann besucht doch einfach ein passendes Forum und fragt dort nach!

Museen & Ausstellungen

Kulturgeschichte, Kunst, Handwerk, Wissenschaft, Technik: Zu vielen dieser Themen gibt es Museen und Ausstellungen, die ihr besuchen könnt. Im Gegensatz zur reinen Textrecherche könnt ihr euch dort die Dinge genau ansehen, an einer Führung teilnehmen, euch alles erklären lassen und die Fragen stellen, die euch unter den Nägeln brennen.

Probieren geht über Studieren

Wer wissen will, was mit einem Menschen passiert, der mit einem Föhn baden geht, für den ist diese Art der Recherche nicht geeignet. Wenn es aber darum geht fremde Länder kennenzulernen, mehr über das Hobby eures Protagonisten zu erfahren oder herauszufinden, welche Stimmung auf einem Live-Konzert herrscht, für den empfiehlt sich diese Methode.

Erfahrungen aus erster Hand bieten euch zahlreiche Vorteile: Ihr verfügt über Detailwissen und es wird euch somit ungleich leichter fallen, über das Thema zu schreiben. Außerdem ist es ein Unterschied, ob man beispielsweise das Meer nur auf einem Foto gesehen hat oder ob man selbst an einem Strand stand. Kein Bild kann einen Eindruck der äußeren Umstände verleihen. Auf einem Foto hört man nicht das laute Wogen des Meeres, spürt nicht den Wind in den Haaren und riecht nicht die salzige Meeresluft.

Wie ihr seht stehen euch vielseitige Möglichkeiten zur Verfügung, wie ihr eure Wissenslücken schließen könnt. Speziell der Besuch von Museen und Ausstellungen sowie das eigenständige Ausprobieren gehen meist mit viel Spaß und Erfindergeist einher. Ich hoffe, ihr werdet künftig eure Recherche erfreulicher gestalten können. Lasst uns wissen, was für Wege ihr bevorzugt.

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