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Manchmal kann es furchtbar schwierig sein, mit einer Aufgabe zu beginnen. Besonders, wenn es sich um eine wichtige Angelegenheit handelt. Oder einer unbequemen. Ich hasse es, wenn ich mich beim Prokrastinieren erwische, nur um mich von dem eigentlichen Thema zu drücken. Facebook, Pinterest, Youtube… manchmal kann sogar Aufräumen und Putzen verlockender sein! Es ist purer Wahnsinn, wie gut ich mich ablenken kann. Das nenne ich Autopilot in Aktion. Und dabei treffe ich noch nicht einmal bewusst die Entscheidung so zu handeln. Ich mache es einfach. Und am Ende des Tages erschlägt mich die Erkenntnis, wie wenig ich zustande gebracht habe. So frustrierend!

Aber ich habe einen Lösungsansatz für das Problem gefunden! Er funktioniert für mich und hoffentlich auch für euch, falls ihr euch mit ähnlichem quält.

Der Funke

Ich habe mein eigenes Verhalten viele Male studiert. Meine große Schwachstelle ist der eigentliche Beginn, das Anfangen. Wir reden hier wohlgemerkt auch von Dingen, die ich eigentlich wirklich gerne mache.
Ich habe nun für mich herausgefunden, dass ich eine Art initialen Funken brauche, der meinen Aktionsmodus startet. Dies trifft auf alle Aufgaben zu, die ich erledigen muss oder möchte:

  • Aufgaben, die erst einmal etwas unbequem erscheinen, aber die ich eigentlich gerne mache, wenn ich erst einmal begonnen habe
  • Aufgaben, die erledigt werden müssen, wie Steuern, Rechnungen bezahlen und ähnliches
  • Aufgaben, die mich aus meiner Komfortzone holen, wie Telefonanrufe (ja, ich telefoniere nicht gerne)

Um das klar zu stellen: Das eigentliche Beginnen selbst holt mich irgendwie aus meiner Komfortzone! Das ist auch der Grund, wieso sofortige Belohnungen so verlockend sind: in Pinterest versumpfen erfordert nichts und stimuliert unser Belohnungszentrum. Facebook ist nicht unbequem und gibt mir obendrein ein falsches Gefühl von Verbundenheit. Ihr seht was ich meine.

Ich weiß, dass ich das erste Gesetz von Newton bereits früher einmal angesprochen habe, doch obwohl es sich um ein physikalisches Gesetz handelt, komme ich nicht umhin es auf menschliches Verhalten anzuwenden. Es passt einfach perfekt.

Hier ist noch einmal eine kleine Auffrischung:

Ein Objekt in Ruhe, verharrt im Zustand der Ruhe, während ein Objekt in Bewegung in Bewegung bleibt, sofern keine einwirkende Kraft entgegen wirkt.

Wenn wir uns also in einem Ruhezustand befinden, dann folgen wir der natürlichen Tendenz in diesem Zustand zu verharren. Und umgekehrt. Habe ich erst einmal mit der Arbeit begonnen, dann fällt es mir leicht, über einen längeren Zeitraum dran zu bleiben. Bis mich Ermüdung oder ein anderer Einfluss zurück in den Ruhemodus bringen. Dies bringt mich zum eigentlichen Mechanismus, der uns in Aktion bringt:

Ihr braucht eine einwirkende Kraft, die euch zum Handeln bringt.

Eine Art Schubs. Irgendetwas, das euren Status Quo unterbricht und eure Motoren zum Laufen bringt. Eine dieser Möglichkeiten, die für mich ziemlich gut funktioniert, ist die 5 Minuten Regel. Ich verpflichte mich für 5 Minuten an einer Aufgabe zu arbeiten, wie auch immer diese aussehen mag. Das ist alles, was nötig ist. Wenn ich diese 5 Minuten an meiner Aufgabe gearbeitet habe, bin ich im Aktionsmodus. Und um zu verhindern, dass ich in diesem 5 Minuten prokrastiniere, stelle ich einen Wecker. Sobald der Wecker startet, höre ich auf über die Aufgabe nachzudenken und beginne, sie stattdessen anzugehen. Es funktioniert!

So funktioniert es

1. Habe eine klare Aufgabe vor Augen. Wenn ihr nicht wisst, was ich zu tun habt, dann werdet ihr nicht wissen, wohin mit eurer Energie und sie geht verloren.

2. Stellt einen Wecker auf 5 Minuten. Ihr könnt auch mit 2 oder 3 Minuten beginnen, falls 5 Minuten aktuell zuviel ist. Euer Spiel, eure Regeln. Was immer funktionirt, ist legitim.

3. Beginnt. Handelt. Macht. Für die Dauer der 5 Minuten grübelt ihr nicht über die Aufgabe, ihr erledigt sie.

4. Fahrt fort. Wenn ihr im Fluss angekommen seit, dann unterbrecht ihn nicht, sondern macht weiter, solange ihr möchtet.

Kleine Anmerkung: Falls ihr prokrastiniert, weil ihr euch vorgenommen habt 2, 3, 5 oder gar 10 Stunden zu arbeiten, dann kann es sein, dass ihr euch selbst einfach überwältigt. Tut euch das nicht an. Setzt euch für den Moment die 5 Minuten zum Ziel. Wenn ihr danach weiter arbeiten könnt, perfekt. Wenn nicht, dann Schwamm drüber und erneut probieren.

Ihr könnt den Zeitraum auch beliebig an eure eigenen Gegebenheiten anpassen. Eine Möglichkeit ist, direkt zur Pomodoro Methode zu wechseln.

Ich bin so erleichtert, eine Methode gefunden zu haben, die mir den Sprung in den Handlungsmodus erleichtert. Es fühlt sich gut an, wieder Herrin der Lage zu sein. Wie steht es mit euch? Habt ihr ebenfalls Probleme euch zum Beginnen zu motivieren? Oder steht euch noch etwas anderes im Weg? Lasst es uns wissen!

Falls ihr gerne mehr über Methoden zur Erreichung eurer Ziele lernen möchtet, dann schaut euch Keine Ausreden! Die Kraft der Selbstdisziplin von Brian Tracy an. Ich fand das Buch äußerst interessant und hilfreich.

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