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Die Entscheidung zwischen traditioneller Veröffentlichung und Selfpublishing ist nicht so offensichtlich, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile und ich lege euch ans Herz, beide Varianten genau anzuschauen. Hier ist die Liste zum Selfpublishing.

Traditionelles Verlagswesen

Verlagshäuser sind Unternehmen mit einem etabliertem Ruf auf dem Buchmarkt. Für gewöhnlich verfügen sie über gute Verbindungen zu Agenturen, Lektoren, Designern und Buchläden und ihr guter Name färbt auf ihre veröffentlichten Bücher ab.

Vorteile

Ruf

Wenn ihr euch für einen Verlag mit tadellosem Ansehen entscheidet, werdet ihr automatisch von deren Ruf profitieren. Ihr könnt den Namen eines Verlags als eine Art Qualitätssiegel ansehen. Darüber hinaus kommuniziert ihr über den Verlagsnamen oftmals das Genre, in dem ihr euch bewegt. Betrachtet ihr zum Beispiel den Carlsen Verlag, werdet ihr feststellen, dass sie sich auf Kinder- und Jugendbücher fokussieren. Im Gegensatz dazu konzentriert sich der Heyne Verlag auf Unterhaltungsliteratur und Sachbücher.

Risikoübernahme

Ein seriöser Verlag übernimmt das gesamte Risiko an der Veröffentlichung des Buchs. Sie tragen die Kosten für Lektorat, Design, Druck und Vertrieb und sitzen dementsprechend auf den Kosten, falls sich das Buch nicht verkauft. Dies ist ein großer Vorteil für uns Autoren, da wir dadurch keine Ausgaben haben und daher auch keine Angst vor fehlenden Verkäufen haben müssen. Allerdings ist die Aufnahme eines neuen Autors daher sehr risikobehaftet für einen Verlag. Für gewöhnlich ist das erste Werk eines Autors ein Minusgeschäft für einen Verlag, weshalb es schwierig ist, bei einem aufgenommen zu werden.

Verbindungen

Etablierte Verläge haben ziemlich solide Verbindungen und Verträge mit Buchhandlungen, die ausschlaggebend dafür sind, in welchen Läden und Regalen ein Buch plaziert wird. Die Sichtbarkeit eures Buchs in einem Laden hilft eurer Bekanntheit und Erreichbarkeit. Und je mehr Menschen von eurem Werk wissen, je öfter wird es gekauft werden.

Vorschuss

Ein Verlag zahlt dem Autoren einen Vorschuss, welcher unabhängig von den tatsächlichen Verkäufen des Buchs ist. Für uns Autoren ist das wertvoll und wichtig, weil das unser gesichertes Einkommen ist. Ihr habt keine Ahnung, ob und wie gut sich euer Buch verkauft und könnt dementsprechend auch nicht mit einem geregelten Einkommen rechnen.

Professionalität

Ein Verlag ist zuallererst ein Unternehmen mit dem Ziel Geld zu verdienen. Jedes Buch ist eine Investition mit hohem Risiko, daher liegt es in ihrem Interesse ein qualitativ hochwertiges Produkt auf den Markt zu bringen. Sie wissen, wie wichtig ein gut lekoriertes Buch ist und werden demensprechend auf gute Qualität achten.

Nachteile

Hohe Einstiegsbarrieren

Wie ihr wahrscheinlich wisst, werden Verlage überschwämmt mit Manuskripten und die Mehrheit dieser wird niemals veröffentlicht werden. Heutzutage rate ich dringend über eine Agentur zu agieren, die als eine Art Mittelsmann zwischen euch und dem Verlag agieren. Agenturen haben meist gute Verbindungen zu Verlägen und vervielfachen eure Chancen, bei einem Verlag aufgenommen zu werden. Allerdings ist es auch nicht leicht, bei einer Agentur aufgenommen zu werden.

Langer Weg zur Veröffentlichung

Ein weiterer Nachteil von Verlägen ist der lange Zeitraum, bis euer Buch tatsächlich in den Läden steht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Veröffentlichung bis zu zwei Jahre dauern kann. Natürlich brauchen Lektorat, Design, Layout, Druck und Vertrieb Zeit, allerdings sind Verläge, wie viele große Unternehmen, ein bisschen wie langsam fließende Flüsse und brauchen länger als man denkt.

Minimales Mitspracherecht

Wie bereits gesagt sind Verläge an einem gut vermarktbaren Produkt interessiert und haben dementsprechend Leute, welche sich um Titel, Cover, Klappentext und den Preis kümmern. Als Autor haben wir hier leider nicht viel zu sagen. Ob euch das schlussendliche Cover auch gefällt ist leider nicht garantiert.

Beschränkte Nutzungsrechte

Wenn ihr über einen Verlag veröffentlichen wollt, dann müsst ihr gewisse Nutzungsrechte an diesen abtreten. Für die Dauer der Vertragslaufzeit verzichtet ihr auf die abgetretenen Rechte, falls ihr nichts anderes mit dem Verlag ausgehandelt habt. Wenn ihr z.B. ein Hörbuch separat zum eigentlichen Buch veröffentlichen wollt, rennt ihr hier möglicherweise in Probleme.

Niedrige Marge

Zwar trägt der Verlag das gesamte Risiko an der Veröffentlichung, dafür ist jedoch euer Anteil an effektiven Verkäufen relativ gering. Ihr könnt mit ungefähr 5-8% des Nettoverkaufserlöses für Taschenbücher und 8-10% bei festen Einbänden rechnen. Wenn ihr davon leben können wollt, muss sich euer Buch wie verrückt verkaufen.

Wettbewerbsdruck

Obwohl sich ein Verlag zwar darum bemühen wird, euer Buch in Buchhandlungen zu bringen, müsst ihr euch darüber im Klaren sein, dass sie recht schnell von den Regalen verschwinden werden. Andere, neuere Bücher werden sie ersetzen. Falls sich euer Buch gut verkauft, habt ihr bessere Chancen, ansonsten erübrigt sich der Vorteil, das Buch in einem Laden zu haben, ziemlich schnell.

Fehlende Werbung

Ist euer Buch ein Bestseller? Super! Seid ihr noch unbekannt? Tut mir leid, euch das sagen zu müssen, aber ein Unternehmen möchte Geld verdienen. Der Großteil des Werbebudgets wird darum in Bücher investiert, welche großes Potential zum Kassenschlager haben. Als unbekannter Autor müssen wir selbst dafür sorgen, dass Leser von der Existenz unserer Bücher wissen.

Ich hoffe ihr habt einen guten Überblick über die verschiedenen Aspekte bekommen. Benötigt ihr weitere Informationen? Oder könnt ihr eure eigenen Erfahrungen teilen? Wir freuen uns von euch zu hören!

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