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Ihr haltet also euer fertiges Manuskript in den Händen? Herzlichen Glückwunsch, damit gehört ihr zu einer Minderheit von Schreiberlingen, die ein ENDE unter ihr Manuskript gesetzt haben. Falls ihr euren Erfolg noch nicht ausgekostet habt, dann ist dies der passende Moment: Klopft euch anerkennend auf die eigene Schulter!
Jetzt stellt sich die Frage, ob ihr an einer Veröffentlichung interessiert seid. Es spricht nichts dagegen, sich an seinem Werk zu erfreuen, ohne die Welt daran teilhaben zu lassen. Solltet ihr es jedoch jemandem zu lesen geben wollen, dann gilt für euch das Gleiche wie für diejenigen unter euch, die veröffentlichen möchten: Korrigiert euer Manuskript.
Ihr tut euch und auch sonst niemandem einen Gefallen, wenn ihr ein nicht oder schlecht überarbeitetes Manuskript in den Umlauf bringt, denn der erste Entwurf ist – so hart es klingt – zu 99% Mist.
Wenn euer Werk vollständig überarbeitet und poliert ist und ihr selbst überhaupt nichts mehr verbessern könnt, dürft ihr euch der Veröffentlichung widmen. Hier stehen euch verschiedene Wege zur Auswahl, die euch eurem Ziel näher bringen.

Verlag

Der klassische Weg stellt der Verlag dar, welcher sich um die vollständige Bearbeitung und Publizierung kümmert. Dies beinhaltet ein umfassendes Korrektorat und Lektorat, also die Kontrolle von Sinn, Spannungsaufbau, Grammatik und Rechtschreibung, das Design und Layout von Cover und Buchsatz sowie der eigentliche Vertrieb des Buches.
Ein großer Vorteil von Verlagen stellt die Übernahme des vollständigen Risikos dar, denn der Verlag übernimmt sämtliche Kosten, welche bei der Veröffentlichung anfallen. Außerdem glänzt ein seriöser Verlag durch Professionalität und entsprechender Marktmacht, also einer großen Erreichbarkeit für Endkunden.
Andererseits fallen die Margen, welche ein Autor am jeweiligen Buchverkauf verdient, eher gering aus. Der Autor erhält für gedruckte Bücher 5-12% des Nettoverkaufspreises, also des Ladenverkaufspreises abzüglich der enthaltenen Mehrwertsteuer, und 25-50% für elektronische Buchverkäufe. Des Weiteren ist es sehr schwierig als Neuling in einem Verlag aufgenommen zu werden. Daher bietet sich der Umweg über eine Agentur an.

Literaturagenturen

Agenturen handeln im Auftrag des Autors und bieten das Manuskript passenden Verlagen an. Des Weiteren übernehmen sie die Verhandlungen zur Festsetzung der Verkaufsmarge und können meist bessere Sätze als der Autor selbst aushandeln. Sie werden anteilig an der Verkaufsmarge beteiligt und erhalten somit nur im Erfolgsfall, das heißt durch effektive Buchverkäufe, einen Verdienst. Auch während und nach der Veröffentlichung des Buchs kümmern sich Agenturen um die Belange des Autors, etwa bei der Abwicklung von Zahlungseingängen. Somit kann sich der Autor voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren. Mittlerweile ist der Weg über eine Agentur zum Standard geworden.

Sowohl bei Verlagen als auch bei Agenturen wird eine Bewerbung mit einem Exposé erwartet. Für gewöhnlich wird auf der jeweiligen Homepage angegeben, wie die Manuskripteinsendungen einzureichen sind.

Druckkostenzuschussverlag (DKZV)

Anders als der Name vermuten lässt handelt es sich hierbei um keinen Verlag. Manuskripteinsendungen werden ungeprüft und mit lobenden Worten angenommen und gegen Bezahlung, die im mittleren vierstelligen Bereich liegt, gedruckt. Lektorat und Korrektur fehlen vollkommen. Die auf diese Weise veröffentlichten Bücher werden nicht beworben und sind nicht in Buchhandlungen erhältlich. Möchte der Autor selbst die Vermarktung übernehmen, muss er die Bücher erst vom „Verlag“ kaufen und zahlt somit abermals. Wir raten dringend von derart unseriösen Anbietern ab.

Selfpublishing

Eine weitere Alternative ist, euer Werk als eBook zu veröffentlichen. Hierfür stehen euch verschiedene Internet-Plattformen, wie Amazon und deren Kindle-Direct-Publishing oder die Seite epubli, zur Verfügung. Allerdings verlangt dies hohes Eigenengagement und Professionalität von euch, denn ihr seid selbst dafür verantwortlich, in welcher Qualität ihr euer Buch anbietet. Es lohnt sich Geld in die Hand zu nehmen und das Buch von Fachpersonal korrigieren und lektorieren zu lassen. Auch das Buchcover bestimmt maßgeblich über den Verkaufserfolg eines Buches, daher lohnt sich ein professionelles Layout. Das ist natürlich mit einigen Kosten verbunden, dafür habt ihr als Selfpublisher die komplette Entscheidungsgewalt und verdient bis zu 75% des Nettoverkaufserlöses.

Die Verlagswelt ist seit einigen Jahren im steten Wandel und vor allem der Weg über Selfpublishing hat an Seriosität und Beliebtheit stark zugelegt. Ihr müsst selbst entscheiden, was sich für euch eignet, doch bedenkt die Vor- und Nachteile des jeweiligen Wegs genau, damit ihr keine bösen Überraschungen erlebt. Bei Bedarf können wir gerne einzelne Themen noch genauer beleuchten. Hierfür brauchen wir euer Feedback: Was interessiert euch besonders? Wo benötigt ihr mehr Details? Lasst es uns wissen, wir freuen uns, von euch zu hören.

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