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Das Titelbild entscheidet darüber, ob sich euer Buch verkauft oder nicht. Dies ist eine Tatsache, über die ihr euch im Klaren sein solltet. Euer Buchdeckel ist DIE Werbung für euer Buch und wenn sie das Interesse eines Lesers nicht in einem Sekundenbruchteil fesselt, dann werdet ihr nichts verkaufen.
Das Titelbild sollte den Kontext und die Stimmung des Buchs vermitteln, es muss den Leser verlocken und der Titel muss lesbar sein. Insbesondere seit dem Aufstieg von digitalen Verkaufsportalen ist es essentiell wichtig geworden, Buchdeckel so zu kreieren, dass sie auch auf dem winzigen Format, das beispielsweise Amazon bei der Produktvorschau verwendet, deutlich erkennbar sind.

Professionelle Unterstützung

Bevor ich euch mit weiteren Informationen füttere, möchte ich euch sagen, dass ihr gut beraten seid, wenn ihr jemanden beauftragt, der euch ein professionelles Titelbild erschafft. Es ist wirklich jeden Cent wert. Es steckt großes Wissen in dem Erstellungsprozess, der neben ästhetischen Aspekten auch Psychologie und Marketing umfasst.

Falls ihr jedoch trotzdem wissen möchtet, was es zu beachten gibt, dann lest weiter.

Inspiration

Es hilft extrem, wenn man sich professionelle Buchtitel existierender und bekannter Bücher ansieht und ein Gefühl für den übergreifenden Stil entwickelt. Jedes Genre verwendet bestimmte Elemente, welche es einzigartig und erkennbar machen. Während Romanzen aktuell gerne eine leichte Stimmung mit Pastellfarben und vielleicht ein paar Blumen oder Vögeln verwenden, stechen typische Selbsthilfe Businessbücher durch dominante Farben und großer, gerader Schrift hervor. Schaut euch eure Nische an und sucht nach wiederkehrenden Mustern.

Beispiel Romantikbücher
Beispiel Selbsthilfebücher

Stimmung, Stil und Kontext

Bevor ihr an irgendwelche Designideen geht, denkt darüber nach, was euer Buchdeckel vermitteln soll. In welches Genre gehört das Buch? Was sind die typischen Stilelemente des Genres? Was für eine Stimmung wollt ihr mit dem Titelbild erzeugen? Eine dramatische? Düstere? Federleichte?

Die drei Designelemente

 

Bild

Zuallererst: Verwendet nicht einfach irgendein Stock Image. Oder ein anderes willkürliches Bild. Eure Wahl muss wohlüberlegt sein.
Worauf ihr außerdem achten sollt ist zum einen, dass ihr die Recht am Bild habt (ggf. müsst ihr Lizenzgebühren bezahlen) und andererseits, dass ihr ein Bild mit hoher Qualität und Auflösung habt. Außerdem solltet ihr weniger auf eine direkte Visualisierung eures Buchinhaltes als vielmehr auf Stimmungen und Gefühle setzen.
Eine Sache, die ich auf Pinterest und dessen Nutzerverhalten gelernt habe ist, dass Bilder ohne Gesichter öfters gepinnt werden. Sie lassen mehr Raum für die eigene Fantasie. Ich würde das Gleiche für euren Buchdeckel vorschlagen. Zeigt keine direkten Gesichter.

Schriftart

Eine Schriftart auszuwählen ist eine eigene Kunst. Für einen Amateur wie euch und mich empfehle ich dringend sich an einfache, klare Fonts zu halten. Die Lesbarkeit ist Priorität Nummer 1! Kein Schattenwurf oder Dehnen oder sonstige künstlerische Varianten.
Seid euch außerdem darüber im klaren, dass ihr auf einem eBook Cover nicht sonderlich viel Raum habt, also nutzt ihn weise. Setzt euren Titel groß und lesbar auf das Titelbild. Je nachdem lasst sogar den Untertitel weg, falls ihr einen habt. Euer Name muss ebenfalls nicht sonderlich dominant zu sehen sein.
Falls ihr unbedingt mehr als eine Schriftart verwenden wollt, dann benutzt zwei. Nicht mehr. Zwei könnt ihr noch aufeinander abstimmen, mehr sind für uns Amateure definitiv zu komplex
Oh und vergesst nicht, dass ihr auch hier an die kommerziellen Nutzungsrechte denken müsst!

Farben

Hier gilt das gleiche Prinzip wie für Schriftarten: Je weniger, je besser. Versucht euch auf eine oder zwei Farben zu beschränken. Sehr zu, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Hier ist eine Seite, die euch bei der Kombination von Farben hilft.
Diese Beispiele arbeiten allerdings mit intensiven Farben. Ihr könnt die Töne aufhellen oder abdunkeln und sie damit weniger aggressiv machen. Euer Ziel sollte Balance sein.
Auch hier könnt ihr euch von eurem Genre und der gewünschten Stimmung leiten lassen.

Einfachheit

Euer übergreifendes Leitmotiv sollte Einfachheit sein. Benutzt einen einzigen Fokuspunkt in eurem Bild, wenige unterschiedliche Farben, eine oder maximal zwei Schriftarten und konzentriert alles auf die Botschaft, die ihr mit eurem Buchdeckel vermitteln wollt.
Der Leser hat lediglich einen Blick – einen kleinen, schnellen Blick – für euer Cover, daher sollte der Titel ins Auge springen und der Gesamteindruck muss klar und eindrücklich sein.

Format

Das gewünschte Format hängt von der Plattform ab, die ihr für den Vertrieb eures Buchs verwenden wollt. Amazon hat aktuell ein Verhältnis von 1.6:1, also je 1600 px in der Höhe pro 1000 px in der Breite. Sie raten zu einem Minimum von 2500 px Höhe und der idealen Größe von 2560 x 1600 px.
Informiert euch über die aktuellen Formatanforderungen, bevor ihr irgendetwas tut.

Webseiten

Wenn ihr wisst, wie ihr mit einem grafischen Programm umgehen könnt, dann könnt ihr euren Buchtitel damit erstellen. Ihr könnt aber auch Seiten wie Canva oder Kindles Cover Creator  ausprobieren, die euch bei der Erstellung zur Hand gehen.

Ich denke, es ist möglich, einen halb-professionellen und akzeptablen Buchtitel selbst zu gestalten, wenn man ein Gespür für den erforderlichen Stil hat und weiß, wie man die Ideen auch umsetzen kann. Falls ihr jedoch realisiert, dass dies nicht unbedingt eure Stärke ist, dann rate ich euch dringend dazu, das Geld in einen graphischen Designer zu investieren.
Es wäre doch schade, wenn eure Bücher (digitalen) Staub sammeln, nur weil euer Buchdeckel nicht zum Kauf verlockt. Tut euch das bitte nicht an. Eure Werke verdienen es, gelesen zu werden.

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