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Wer sich mit Literatur (oder auch Filmen) auseinandersetzt, ist vielleicht schon einmal über diesen Begriff gestolpert. Wer von euch nicht weiß, was er zu bedeuten hat oder Genaueres darüber wissen möchte, dem hilft womöglich dieser Artikel weiter.

Deus ex Machina ist die lateinische Bezeichnung für „der Gott aus der Maschine“. Die Bezeichnung hat ihre Ursprünge im antiken Theater, bei denen ein Gott mithilfe einer Theatermaschine die Bühne betritt, um in die Handlung einzugreifen und den Konflikt zu lösen.

In der heutigen Literatur ist der Begriff negativ geprägt und wird dann verwendet, wenn ein Konflikt durch Zufall zugunsten einer Figur gelöst wird. Dabei kann es sich sowohl um eine unvermittelt auftretende Person, aber auch um eine Gegebenheit handeln. In beiden Fällen ist es nicht die Figur selbst, die ihre Probleme durch eigene Bemühungen löst, sondern der vom Autor erschaffene Zufall.
Der Deus ex Machina ist eine denkbar einfache Methode, um den Plot in die gewünschte Richtung zu lenken oder Figuren aus einer scheinbar ausweglosen Situation zu retten. Dieser Umstand handelt Autoren, die darauf zurückgreifen, oft die Kritik ein, einfallslos und unfähig zu sein, die Konflikte anderweitig zu lösen.

Zur Abwechslung möchte ich auf ein Beispiel aus der Filmgeschichte zurückgreifen, da es sich durch die bewusst überspitzte Darstellung hervorragend zur Veranschaulichung eignet. Wer „das Leben des Brian“ gesehen hat, der weiß womöglich sofort von welcher Szene ich spreche: Auf der Flucht vor den Römern fällt Brian von einem Turm, doch anstatt ums Leben zu kommen, wird er von einem UFO gerettet. (Wer es gerne mit eigenen Augen sehen will, der folge diesem Link)

Zugegeben, die meisten Deus ex Machina sind (zum Glück) weniger offensichtlich, verschenken jedoch trotzdem eine Menge Potenzial, indem Konflikte – von denen eine Geschichte lebt! – durch Zufälle einfach aufgelöst werden, anstatt dem Protagonisten die Möglichkeit zu geben, seine Probleme selbst zu lösen und den Leser dabei mitfiebern zu lassen.

Das alles bedeutet nicht, dass in einer Geschichte keine Zufälle genutzt werden dürfen – zumal es das schließlich auch in der realen Welt gibt – doch sie sollten am besten nur verwendet werden, um die Geschichte ins Rollen zu bringen oder um Konflikte zu erzeugen anstatt sie damit zu lösen.
Wenn der Protagonist durch einen Felssturz in einer Höhle eingeschlossen wird, dann ist dies ein Konflikt erzeugender Zufall. Wenn in besagter Höhle zufällig ein paar Stangen Dynamit herumliegen, mit der er sich in die Freiheit sprengen kann, dann ist der Sprengstoff ein Deus ex Machina.

Habt ihr Fragen? Oder etwaige Ergänzungen? Lasst es uns wissen, wir freuen uns von euch zu hören!

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