Seite auswählen

Ja, ich hätte jetzt Zeit zum Schreiben, aber auf dem Sofa lümmeln und Fernsehen ist viel toller!

So oder so ähnlich geht es wohl den meisten Schreibern von Zeit zu Zeit. Wenn es nur selten vorkommt oder ihr keine allzu großen Ambitionen habt – sprich: nur aus Spaß an der Freude schreibt – ist das völlig in Ordnung. Anders sieht es aus, wenn ihr euer Geld damit verdienen wollt oder müsst.

Der Schweinehund ist ein nerviger Geselle, der uns mit den Annehmlichkeiten des Lebens lockt, um uns von unserer Arbeit abzubringen. Auch wenn es sich erstmal gut anhört, statt zu arbeiten, fernzusehen, oder sich einfach aufs Ohr zu legen, müssen wir uns darüber bewusst werden, dass er uns daran hindert, Fortschritte zu machen und das zu erreichen, was wir im Leben wirklich wollen. Auch, wenn es noch so schön wäre: ein Roman hat sich noch nie von selbst geschrieben.

Für alle die genug vom Nichtstun haben und ihrem Schweinehund den Kampf ansagen wollen, hier ein paar Strategien, mit denen ihr die Schlacht gewinnen könnt:

Routine schaffen

Schreibt jeden Tag. Laut einer Studie von britischen Forschern dauert es durchschnittlich 66 Tage bis sich aus einer Angewohnheit eine Routine entwickelt. Sobald das Schreiben dazu geworden ist, macht ihr es quasi automatisch. Es wird Teil eures Alltags und ihr habt nicht mehr das Gefühl, euch erst dazu überwinden zu müssen.

Ziele klar formulieren

Ich möchte täglich schreiben. Das ist zwar ein Ziel, aber noch zu unpräzise. Und wenn der Schweinehund dazwischenfunkt sagt er euch vielleicht: „Hey, du hast heute doch schon eine E-Mail geschrieben. Das reicht. Ab aufs Sofa mit dir.“ Außerdem klingt das „möchte“ noch sehr zurückhaltend mit einem Hauch von das schaffe ich eh nicht.

Besser: Ab sofort schreibe ich jeden Tag 30 Minuten an meinem Roman, bis die Rohfassung fertig ist.

Belohnen

Stellt euch eine Belohnung für das Erreichen eurer Ziele in Aussicht. Für kleinere Teilziele könnt ihr euch beispielsweise ein Eis gönnen oder eine Folge eurer Lieblingsserie. Für größere kann es auch ein Kinobesuch sein oder ein Buch von eurer Wunschliste zu kaufen. Wichtig ist, dass ihr ehrlich zu euch seid und euch nur dann belohnt, wenn ihr euch wirklich an die Vereinbarung mit euch gehalten habt (dasselbe gilt andersherum!)

Verbündete suchen

Ein Mitstreiter erhöht eure Aussicht auf Erfolg. Dabei muss dieser nicht einmal selbst Autor sein. Wichtig ist nur, dass er ebenfalls ein Ziel verfolgt. Meiner Erfahrung nach findet sich im eigenen Umfeld immer jemand, der gerade abnehmen will oder mehr Sport treiben möchte. Schnappt euch diese Person und schmiedet ein Bündnis. Steckt euch mit euren Erfolgsmeldungen an, überprüft gegenseitig eure Fortschritte und tretet euch wenn es nötig sein sollte in den Hintern. Und glaubt mir, es hat einen gewissen Anreiz, sich endlich an die Arbeit zu machen, wenn man nicht mehrere Tage hintereinander beichten möchte, nichts getan zu haben.

Sofort beginnen

Ihr habt euch vorgenommen, jeden Tag 30 Minuten oder 500 Wörter zu schreiben? Dann fangt sofort damit an. Nicht nächste Woche oder erst nächsten Mittwoch. Sofort. Je schneller wir unsere Vorhaben in die Tat umsetzen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir es überhaupt tun. Wenn wir es aufschieben, dann suggerieren wir unserem Unterbewusstsein, dass es uns doch nicht soooo wichtig ist.

Der innere Schweinehund kann zeitweilen sehr widerspenstig sein, doch ihr könnt ihn mit den erwähnten Strategien an die kurze Leine nehmen. Falls ihr mehr über derlei Strategien lernen möchtet, kann ich euch Eat that Frog von Brian Tracy empfehlen.

Ähnliche Artikel

Steigerung der Motivation durch Verwendung von Belohnungen

Manchmal ist es wirklich schwierig, sich auf den Hosenboden zu setzen und die anstehenden Aufgaben in Angriff zu nehmen. Man fühlt sich uninspiriert und unmotiviert. Ich kann es verstehen. Wie jeder andere auch, so kämpfe auch ich manchmal mit einer gewissen...

Die 6 Elemente, um Prokrastination zu besiegen

Jeder drückt sich hin und wieder vor gewissen Aufgaben. Aufschieberitis ist auch verständlich, immerhin ist sie bequem. Allerdings kann so ein Verhalten schnell ausarten und zur Gewohnheit werden. Gewohnheiten sind tief in unserem Handeln verwurzelt und schwer zu...

Wiedereinstieg

Es gibt viele Gründe, die dafür sorgen können, dass das Schreiben für eine Weile auf Eis gelegt wird und der Roman in der Schublade landet. Urlaub, Krankheit, Lustlosigkeit, Schreibblockade oder das Leben. Je länger die Pause andauert, umso schwerer ist es für die...

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.