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Jeder Mensch hat bewusste und unbewusste Beweggründe, welche die eigenen Handlungen steuern. Ihr verschafft euch einen unschätzbaren Vorteil im Leben, wenn ihr euch mit euren eigenen Motivationen auseinander setzt. Denn nur, wer weiß was einen selbst antreibt, kann nachhaltig Veränderung herbeiführen.

Aber was genau sind Beweggründe? Wie der Name schon sagt, es sind die Gründe, aus denen wir uns bewegen, also aktiv werden. Sie motivieren und treiben uns an. Beweggründe haben eine immense Macht über unser tägliches Denken und Handeln.

Für mich unterteilen sie sich in zwei Kategorien: Vermeidung negativer Konsequenzen und Hoffnung auf Besserung.

Vermeidung von Konsequenzen

Jeder kennt das, möchte ich behaupten. Die Hausaufgaben wurden hauptsächlich gemacht, um dem Rüffel der Eltern auszuweichen. Die Wohnung wird geputzt, um nicht vor Besuch in Verlegenheit zu geraten. Die Steuererklärung wird fristgerecht eingereicht, um Mahnkosten vorzubeugen. All dies sind Beweggründe für Handlungen, um einer negativen Konsequenz vorzubeugen oder entgegen zu wirken.

Hoffnung auf Besserung

Im Gegensatz hierzu steht die Intention eines Menschen, in seinem Leben für Besserung zu sorgen. So kann hinter aktivem Lernen der Wunsch nach einer besseren Arbeit stehen. Sie kann sich auch in dem einfachen Wunsch auf persönliche Weiterentwicklung zeigen. Tatsächlich steht hinter einer Anstellung oftmals die Motivation Geld zu verdienen und sich somit den eigenen Lebensstil zu verbessern oder zu sichern.

Wahrscheinlich wird euch an dieser Stelle bereits aufgefallen sein, dass hinter vielen Handlungen nicht nur ein einzelner Beweggrund steht. Beweggründe haben – zu unser aller Glück – keinen Anspruch auf einen Monopolstatus. So können die Gründe für das eigene Handeln mannigfaltig sein. Ein Job beispielsweise dient einerseits dem Sichern des Lebensstils, sorgt im Idealfall aber auch für Anerkennung und bringt vielleicht sogar ein Stück Selbstentfaltung mit sich.

Das Faszinierende an Beweggründen ist aber auch, dass sie sich beeinflussen und verändern lassen. Manchmal werden Aktivitäten aus reiner Routine ausgeführt und die eigentliche Motivation ist dabei verloren gegangen. Wenn ihr euch bewusst damit auseinander setzt, dann könnt ihr verschollene Antriebskräfte neu entdecken oder ihr findet vielleicht sogar neue Gründe, die euch zum Handeln treiben. Manchmal müsst ihr aber auch zu dem Schluss kommen, dass ihr manches nur noch aus Routine macht. Dann ist es höchste Zeit diese aus eurem Leben zu streichen, um diese Ressourcen für wichtigeres frei zu geben.

Beweggründe des Schreibens

Um an dieser Stelle den Bogen zurück zum Schreiben zu schlagen, möchte ich euch fragen, wieso ihr schreibt. Was motiviert euch tagtäglich Wörter auf Papier zu bringen, obwohl ihr genauso gut aufräumen, ausgehen oder entspannen könntet?

Manchmal kann es schwer sein, sich nach monate- oder jahrelangem routinierten Schreibens sofort vor Augen zu führen, wieso ihr euch das antut. Denn sind wir ehrlich: Einfach ist es nicht. Und bequem erst recht nicht.

Um euch ein wenig auf die Sprünge zu helfen, falls ihr euch schwer tut, habe ich hier ein paar grundlegende Motivationen aufgelistet:

Anerkennung

Möglicherweise zieht ihr eine gewisse Befriedigung aus der Anerkennung eurer Mitmenschen. Der Wunsch nach Anerkennung scheint in der Tat ein grundlegendes menschliches Bedürfnis zu sein.

Befriedigung und Selbstentfaltung

Wenn ihr eine tiefe Befriedigung bei der Erschaffung eurer Werke empfindet oder euch ganz einfach zwischen euren Seiten zu Hause fühlt oder darin eure Bestimmung gefunden habt, dann nennt ihr einen sehr starken Beweggrund euer Eigen.

Erschaffung von etwas Neuem

Es gibt viele Menschen, die ungemein zufrieden sind, wenn sie etwas neues erschaffen können. Sei es eine Geschichte oder ein Hort des Wissens.

Faszination

Manchmal reicht auch die einfache Faszination aus, die jemanden veranlassen kann, ein Buch zu schreiben. Der Mensch neigt seit eh und je zum Geschichten erzählen und dieses Bedürfnis scheint tief verwurzelt zu sein.

Spiel mit Wörtern

Der Drang ein Buch zu schreiben, kann ebenso gut aus dem Spaß am Spiel mit Wörtern entstehen.

Wissen weitergeben

Den Wunsch das eigene Wissen der Allgemeinheit oder zumindest Interessierten zur Verfügung zu stellen, kann ebenfalls eine starke Kraft sein.

Geld

Auch Geld zu verdienen kann ein starker Handlungsantrieb sein und natürlich ist es mehr als verständlich, wenn ihr euch wünscht, mit euren Werken Geld zu verdienen.

Ruhm

Ähnlich wie Anerkennung, kann auch das Verlangen nach Ruhm eine Antriebskraft sein, es ist jedoch weitläufiger und zielt auf Bewunderung von anderen ab.

Analyse

Jetzt liegt es an euch, euch Gedanken zu machen, wieso ihr tut, was ihr tut. Setzt euch nicht unter Druck, sonst tut ihr euch unnötig schwer. Manchmal dauert es auch einige Tage oder sogar Wochen, bevor sich die wahren Beweggründe wirklich abzeichnen.

Wenn ihr allerdings an diesem Punkt angekommen seid, dann möchte ich euch ermutigen euch darüber Gedanken zu machen, ob Schreiben tatsächlich die beste Umsetzung für eure Beweggründe ist.

Wenn ihr eure Beweggründe gefunden habt, dann wird euch in vielen Fällen dämmern, dass das Schreiben eines Buches lediglich eines von vielen Optionen ist, um dieses Bedürfnis zu befriedigen. Beispielsweise könnt ihr Anerkennung auch in einem anderen Beruf oder durch ehrenamtliche Handlungen oder Hilfsbereitschaft erlangen. Wissen könnt ihr ebenso gut über einen Youtube-Channel, durch Videos oder Kurse weiter geben. Die Möglichkeiten sind schier unendlich.

Das heißt nicht, dass ihr nicht schreiben könnt, sollt oder dürft. Ich möchte lediglich, dass ihr euch mit diesen Gedanken auseinander setzt und euch fragt, ob Schreiben (oder alles andere in eurem Leben) wirklich das ist, was ihr tun möchtet.

Ist eure einzige Motivation z.B. nur Geld zu verdienen, dann meldet sich mein gesunder Menschenverstand und merkt an, dass es dafür schnellere, einfachere und sicherere Wege gibt. Den kompletten Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Büchern zu verdienen ist zwar nicht unmöglich, aber leider auch nicht die Norm. Mit Büchern reich zu werden ist nichts anderes als Glücksspiel, bei dem man die eigene Zeit als Einsatz bringt. Habt ihr überdies jedoch auch Spaß dabei und zieht Befriedigung aus der Erschaffung von Büchern, dann ist Geld nicht die einzige Motivation und damit fruchtbarer.

Wie bereits gesagt: Macht euch Gedanken, wieso ihr tut, was ihr tut und ob ihr wahre Befriedigung aus eurer Arbeit zieht. Wenn ihr merkt, dass Schreiben wirklich das ist, was ihr unbedingt möchtet, dann wunderbar. Falls nicht, dann ist das ebenfalls eine sehr wichtige Erkenntnis, die euch im Leben weiter hilft. Manchmal liegt es an uns zu erkennen, wenn uns eine Aktivität nichts mehr geben kann und es an der Zeit ist, weiter zu ziehen. Oder ihr findet eine neue Motivation, welche bisher keine Relevanz hatte, aber euch nun etwas bedeutet und euch antreibt.

Visualisierung

Im Alltag kann es mitunter schwer sein, sich über die anstehenden Aufgaben zu freuen oder sich mit Elan auf sie zu stürzen. Jeder hat einen inneren Schweinehund und dieser lässt sich nicht immer auf Anhieb in die Schranken weisen. Hier könnt ihr eure neu gewonnenen Erkenntnisse einsetzen:
Wann immer ihr nicht weiter kommt, frustriert seid oder keinen Sinn mehr in eurem Handeln erkennen könnt – tretet einen Schritt zurück und ruft euch eure Beweggründe in Erinnerung. Idealerweise habt ihr sie aufgeschrieben, damit sie vom aktuellen Frust nicht überdeckt werden. Lest sie durch, macht euch Gedanken darüber und versucht euch das Gefühl in Erinnerung zu rufen, welches ihr beim Schreiben spüren möchtet. Sich vor Augen zu halten, wieso man etwas tut, kann ungemein motivierend sein und hilft euch hoffentlich dabei, den nächsten Schritt zu tun.

Ah und noch etwas: Lasst euch nicht von anderen diktieren, was ihr zu wollen habt.

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