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Ihr wolltet schon immer mal ein Buch schreiben, aber euch fehlte bisher die Motivation? Dann seid ihr beim NaNoWriMo richtig. Hinter dem Buchstabensuppe steckt der „National Novel Writing Month“ (der nationale Monat des Romanschreibens), der seit 1999 jedes Jahr im November stattfindet und euch während der kalten, regnerischen Tage kreativ beschäftigt.

Ziel des NaNoWriMo ist es 50.000 Wörter in 30 Tagen zu schreiben. (Das entspricht bei einem durchschnittlichen Roman etwa 200 Seiten). Das Tagesziel liegt somit bei 1667 Wörtern. Zu gewinnen gibt es nichts; außer dem unbeschreiblichen Gefühl, das Ziel erreicht zu haben.

Auf der offiziellen Seite könnt ihr euch anmelden, eure Fortschritte festhalten und mit anderen Teilnehmern austauschen. Außerdem könnt ihr dort euer Ergebnis verifizieren lassen, um anschließend Zugriff auf die NaNo-Sieger-Zertifikate zu erhalten.

Vorbereitung

Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass meine NaNo Teilnahme umso erfolgreicher war, je besser ich mich darauf vorbereitet habe. Daher fange ich meist schon Anfang Oktober mit der Planung an. Meistens verbiete ich mir in der Zeit sogar das Schreiben, damit ich mich umso mehr darauf freue, im November endlich loslegen zu dürfen. Für mich ist der Oktober im übertragenen Sinne etwa wie der Advent und besteht aus Vorfreude und Planung; der November hingegen wird zur Weihnachtszeit: schön, aber auch stressig.

Damit auch ihr gut vorbereitet in den NaNo starten könnt, möchte ich mit euch meine Erfahrungen und Tipps teilen:

1. Fangt rechtzeitig mit der Planung an

Die Plotter unter euch sollten lieber früher als später anfangen. Es kann immer etwas dazwischenkommen und plötzlich ist der 1. November und ihr wisst noch immer nicht, wohin die Reise gehen soll.

2. Bereitet so viel wie möglich vor

Denkt daran, dass ihr jeden Tag 1667 Wörter zu schreiben habt – und das neben Job, Studium, Schule, Vereinen, Freunden und Familie. Umso besser, wenn ihr dann nicht erst noch googeln müsst, welche Sprache in Prag gesprochen wird, wie viel Liter Blut ein Mensch verlieren kann ohne zu sterben, oder welche Ausbildung der Protagonist benötigt, um Astronaut zu werden.
Zugegeben, Fragen die Google gestellt werden können, sind vergleichsweise kleine Zeitfresser (aber auch das kann sich summieren), schwieriger wird es erst, wenn es um die Struktur der Geschichte selbst geht. Keine Suchmaschine der Welt kann euch helfen, wenn eure Welt inkonsistent ist und ihr selbst plötzlich nicht genau wisst, warum die Zwerge vom Schwarzwald ausgerechnet dem smaragdgrünen Magier helfen sollen, nachdem er sie jahrelang versklavt hat.

3. Namensliste

Da ich meine Geschichten nicht bis ins kleinste Detail plotte, komme ich immer wieder an Stellen, an denen ein Charakter auftaucht, den ich nicht eingeplant hatte. Damit ich nicht lange überlegen muss, hab ich in einem separaten Dokument bereits eine Namensliste erstellt, aus der ich mich bedienen kann.

4. Nahrungsvorrat

Um während des NaNo’s möglichst wenig Zeit mit banalen Alltagsdingen wie dem Einkaufen und Kochen verplempern zu müssen, decke ich mich stets schon im Oktober ein. Neben allerlei Schleckereien und Knabberkram, der in meiner Schublade eingelagert wird (nicht schon vor dem NaNo futtern ;b), besorge ich Hauptmahlzeiten, die fix in Ofen oder in der Mikrowelle zuzubereiten sind. Auch die Telefonnummer von der örtlichen Pizzeria oder dem Asiaten bereitliegen zu haben kann ein Segen sein.
Wer sich einen Monat nicht nur von Fertiggerichten ernähren möchte – wofür ihr mein vollstes Verständnis habt – kann seine Lieblingsgerichte vorkochen und in der Tiefkühlruhe lagern.

5. Abmelden vom sozialen Leben

Ihr solltet eure Freunde und Familien darüber informieren, dass ihr im November nur begrenzt Zeit haben werdet, damit sie nicht sauer auf euch sind – oder noch schlimmer: für tot halten.

6. Verbündete suchen

Dieser Punkt kann entscheidend für euren Erfolg sein. Besonders in der zweiten Halbzeit des NaNo. Die Euphorie ist endgültig verflogen und man muss zähneknirschend weiterschreiben, obwohl man viel lieber ins Kino gehen, einen sonnigen Herbstspaziergang machen oder die Wohnung aufräumen würde (ich komm jedes Mal an den Punkt, an dem Hausarbeit richtig verlockend wird und wenn ich meine Mutter anrufe, um sie zu fragen, ob ich ihr die Fenster putzen soll, dann weiß sie mittlerweile, dass NaNo-Zeit ist und ich mich drücken will).
In dieser Phase ist es Gold wert, einen oder mehrere Verbündete zu haben, die euch in den Hintern treten können und euch daran erinnern, dass ihr immerhin schon die Hälfte hinter euch habt und es Wahnsinn wäre aufzuhören. Sie helfen euch, wenn ihr nicht mehr weiter wisst und können euren Ehrgeiz wecken, wenn er eingeschlafen ist. Auch ein kleiner WordWar (wer schafft es in X Minuten die meisten Wörter zu schreiben) unter Freunden kann Wunder bewirken.

An einem NaNoWriMo teilzunehmen ist eine inspirierende, anstrengende, aber auf jeden Fall befriedigende Herausforderung und es lohnt sich für jeden, sich daran zu versuchen. Habt ihr bereits an einem teil genommen? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Wer macht dieses Jahr mit?

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